Freitag, 2. Dezember 2016

Die Vorweihnachtszeit entschleunigen

Alle Jahre wieder steht die besinnliche Weihnachtszeit vor der Türe. Doch was tun, wenn wir vor lauter Verpflichtungen im Alltagstrubel nicht wirklich zum Genießen kommen? Im Rahmen einer vierteiligen Serie "Achtsam im Advent" verrate ich diesmal, wie das vorweihnachtlichen Entschleunigen gelingt und gebe Dir eine passende Achtsamkeitsübung mit in die erste Adventswoche.

Verabredungen achtsam überdenken

Für Viele ist gerade die Vorweihnachtszeit alles andere als ruhig und besinnlich. Auf der Arbeit müssen meist noch wichtige Projekte abgeschlossen werden. Aber auch die privaten Verabredungen häufen sich: Von Weihnachtsmarkt-Besuchen mit der Familie oder Freunden über gemeinsames Plätzchen backen oder Bastel-Runden bis hin zu Geschenke-Touren durch volle Einkaufsstraßen und Kaufhäuser.

Tipp: Nimm Dir vor jeder neuen Terminzusage die Freiheit, einen Moment in Dich hinein zu spüren. Wie geht es Dir dabei, wenn Duan die jeweilige Verabredung denkst? Ist da Vorfreude, eher ein Zögern oder gar Unwillen wahrnehmbar? Was signalisiert Dir auch ihr Körper? Sei ehrlich zu Dir selbst und trau Dich, auch mal Nein zu sagen. Deine Verabredung hat schließlich auch nichts davon, wenn Du nur halbherzig oder aus falschem Pflichtgefühl dabei bist. Manche Treffen lassen sich vielleicht auch noch auf die Zeit nach Weihnachten verschieben.

Eins nach dem anderen

Wenn wir viel um die Ohren haben, machen wir oft mehrere Dinge gleichzeitig: Telefonieren beim Autofahren, den Mittagsimbiss im Gehen verschlingen, (Weihnachts-)Nachrichten übers Handy empfangen und verschicken während wir gerade im Gespräch mit anderen Menschen sind. Dabei ist längst nachgewiesen, dass Multitasking nicht effizienter ist, sondern langfristig stresst und überfordert.

Tipp: Erledige eins nach dem anderen. Schenke der jeweiligen Tätigkeit, der Du gerade nachgehst, Deine volle Aufmerksamkeit. Wenn Du Weihnachtskarten schreibst, schreibe einfach nur Weihnachtskarten. Wenn Du eine Bratwurst isst, dann genieße einfach nur diese Bratwurst. Und wenn Du gerade diesen Blogbeitrag liest, dann konzentriere Dich schlichtweg aufs Lesen.

Anhalten und innehalten

Hast Du das Gefühl, die letzten Wochen des alten Jahres fliegen geradezu an Dir vorbei? Wünschst Du Dir im Alltagstrubel immer wieder kleine Ruheinseln als „Verschnaufspause“?

Tipp: Nehmen Dir gerade im Advent immer wieder Zeit, um bewusst inne zu halten. Bleibe mindestens einmal täglich eine Minute still stehen. Halte beispielsweise auf dem Weihnachtsmarkt an und schaue Dich um. Betrachte alles, was um Dich herum ist, ganz offen, neugierig und wertfrei – gerade als ob Du die Marktstände, den geschmückten Weihnachtsbaum oder die Menschen um Dich herum zum ersten Mal wahrnehmen würdest. Achte dabei auch auf die unterschiedlichen Geräusche und Gerüche, die Dich umgeben.

Achtsamkeitsübung: Gehmeditation (Dauer: 5 min)


Ob auf dem Arbeitsweg oder beim Weihnachtsbummel – die Gehmediation eignet sich hervorragend, um mal wieder „einen Gang runter zu schalten“ und durchzuatmen.

Anleitung: Reduziere Deine Schrittgeschwindigkeit mindestens um die Hälfte. Richte Deine Aufmerksamkeit dann auf die folgenden Wahrnehmungen:


• Wie fühlen sich Deine Schritte auf dem Boden an?

• Kannst Du Geräusche Deiner Schuhe auf dem Untergrund wahrnehmen?

• Wie ist Deine momentane Körperhaltung beim Gehen?

• Wie fließt Dein Atem während Du gehst?


Reduziere Dein Tempo nach Möglichkeit noch weiter, so dass Du den Ablauf Deiner Schrittfolge in Zeitlupe wahrnehmen kannst. Bleibe zum Ende der Übung noch einen Moment lang stehen und spüre nach, bevor Du wieder in Deinen „Alltagstrott“ übergehst.

Dieser Beitrag ist auch in der Marbacher Zeitung erschienen unter www.marbacher-zeitung.de/achtsam.

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