Sonntag, 31. Januar 2016

5 Tipps für den Umgang mit dem "Affengeist"

Den heutigen Blogbeitrag widme ich der Stimme in unserem Kopf, liebevoll auch "Affengeist" genannt. Damit meine ich Gedanken, die unablässig durch unseren Kopf geistern und uns dadurch auf Trab halten. Und ihr erfahrt, wie ihr mithilfe der Achtsamkeit eurem Affengeist eine Spielwiese bieten könnt, auf die er sich einfach mal zurückziehen darf.

Die beruhigende Nachricht vorweg: In jedem von uns schlummert dieser "Affengeist" - oder auch "Monkey Mind", wie die Buddhisten sagen. Manch einer nennt es vielleicht auch Gedankenkarussell, mentale Prozesse, Stimmen im Kopf, innere Unruhe oder Antreiber... Manch anderen war das vielleicht auch noch gar nicht so wirklich bewusst. Dann macht euch darauf gefasst, dass ihr hin und wieder sogar gleich Bekanntschaft mit einer ganzen Horde wildgewordener Affen schließen könntet ;-)

Bildlich könnt ihr euch das vielleicht in etwa so vorstellen: Der "Affengeist" steht für eure Gedanken bzw. Aufmerksamkeit. Dieser Affengeist springt am liebsten von "Baum zu Baum", hangelt sich von einem Ast zum nächsten und kommt doch nie wirklich zur Ruhe. Wenn ihr euch also mitunter innerlich abgehetzt oder gestresst fühlt, viel grübelt oder euch sorgt, dann kann es gut sein, dass der Affengeist in euch tobt.

Deswegen habe ich euch folgende fünf Tipps zusammengestellt, wie ihr eurem Affengeist achtsam begegnen und ihn mit etwas Übung sogar zähmen könnt :-)

1. Den Affen entdecken

Der Affengeist ist perfekt anpassungsfähig und schwingt ohne wirklich aufzufallen in euren Alltagstrubel mit. Viele genießen diesen Trubel auch deshalb, weil die Stille oft unangenehm ist. Denn wann immer es still um uns wird, hören wir unseren Affengeist umso lauter.

Dennoch möchte ich euch einladen, immer wieder mutig genau diese Stille zu suchen. So könnt ihr euch überhaupt erst bewusst werden, wie der Affe mit Bananen - sprich: Gedankenfetzen - regelrecht um sich schmeißt. Systematisch nähern könnt ihr euch eurem Affengeist z. B. mit einem regelmäßigen inneren Selbstcheck. Diese Übung hatte ich am Ende des verlinkten Blogbeitrags schon einmal beschrieben und ist aus meiner Sicht super hilfreich!

2. Den Affen entlarven

Manchmal ist es gar nicht so einfach, den Affengeist überhaupt zu entlarven. Denn er versteckt sich oft hinter vorgegebenen Tatsachen. "Ich kann nicht Punkt 18 Uhr das Büro verlassen. Das macht keiner bei uns. Und vielleicht denken meine Kollegen sonst, ich hätte nichts zu tun." Oder: "Meine Nachbarin mag mich glaub nicht. Die guckt immer so grimmig, wenn sie mich sieht und grüßt kaum. Ich find' die eh' auch blöd."

Hinterfragt Gedanken wie diese in Zukunft kritischer. Ist das wirklich so? Wie kann ich mir sicher sein, dass das wirklich so ist? Falls ihr darauf keine rechte Antwort findet, hilft es ungemein, die Beteiligten einfach zu fragen: "Wie wäre das für euch, wenn ich pünktlich um 18 Uhr gehe? Warum machen wir das nicht alle?" Oder: "Wie geht es Ihnen, Frau Maier? Ich hatte den Eindruck, dass Sie in letzter Zeit irgendwie bedrückt oder wortkarg wirken. Und ich wollte gerne nachhören, ob das etwas mit mir als Person zu tun hat oder ob ich etwas für Sie tun kann?"

Klar erfordert das direkte Ansprechen immer auch eine ordentliche Portion Mut. Aber fragt euch einfach selbst: Was kann im schlimmsten Fall passieren? Und was im besten?

3. Den Affen lieb gewinnen

Auch wenn euer Affengeist manchmal viel Lärm um nichts macht: Im Grunde meint er es einfach gut mit euch. Er will euch vor größeren Fehlern und Katastrophen bewahren, euch zu Höchstleistungen antreiben und euch durch die Vor-Kategorisierung in "gut" und "schlecht" euer Leben erleichtern. Seid ihm also nicht allzu böse. Versucht es mit stattdessen mit Dank, Verständnis und ganz wichtig: einem liebevollen Schmunzeln :-)

Wenn euer Affengeist beispielsweise das nächste Mal nur so vor Perfektionismus-Eifer tobt, wenn ihr eine wichtige Präsentation erstellt, dann atmet tief durch und sagt euch innerlich (leise und weise lächelnd): "Danke, lieber Affengeist, dass Du mir dabei helfen willst, die Präsentation so gut wie möglich auszuarbeiten. Lob und Anerkennung tun mir auch echt immer gut. Aber 80% reichen diesmal auch, schließlich ist es schon spät und letzten Endes weiß nur ich selbst, was ich da alles noch reinpacken könnte. Es ist jetzt genau gut so, wie es ist!"

4. Den Affen beruhigen

Das Patent-Rezept, um den Affengeist langfristig immer ruhiger zu bekommen ist für mich die Meditation im Allgemeinen. Ob ihr das mithilfe einer Kurz- oder Langmediation macht, unter Anleitung oder ganz im Stillen für euch ist Geschmackssache und natürlich von der jeweiligen Situation abhängig.

Wer mit Meditationen noch keine oder nicht so viel Erfahrung hat, für den ist vielleicht auch die kostenlose 21-Tage-Meditations-Challenge eine gute Gelegenheit, in verschiedene geführte Meditationen "reinzuschnuppern". Und selbst mit mehrjährigerer Meditationspraxis kann man bestimmt noch was Neues lernen. Ich hab mich jedenfalls auch angemeldet und bin schon gespannt. Alle, die noch kurzfristig dazustoßen wollen, sollten sich beeilen: Los geht's schon übermorgen, am 2. Februar.

5. Den Affen auf Diät setzen

Hört auf, euren Affengeist mit Futter zu überschütten. Sprich: Reduziert eure Reizüberflutung radikal! Wendet euch nach Möglichkeit immer einer Sache ganz bewusst mit allen Sinnen zu. Das ist nicht nur effizienter, sondern macht auch vielmehr Spaß.

Beruflich kann das beispielsweise bedeuten, dass ihr eure E-Mails zukünftig lieber nur 2-3 mal täglich abruft und bearbeitet, anstatt von ständig aufpoppenden Nachrichten in euren aktuellen Tätigkeiten unterbrochen zu werden. Manchmal ist es auch ganz hilfreich, die Internetverbindung für eine Weile zu kappen, um dem "Zwischendurchsurfen" besser widerstehen zu können. 

Oder versucht mal beim nächsten Telefonat oder persönlichen Gespräch euer Handy komplett beiseite zu legen und bleibt so lange es geht mit eurer Aufmerksamkeit bei eurem Gesprächspartner. Multitasking ist eh out, heute ist achtsames Monotasking gefragt.

Ich wünsche euch viel Freude beim Affentraining :-) Würde mich freuen, wenn ihr eure Erfahrungen per Kommentar auf diesen Blogbeitrag teilt. Und super sind natürlich auch weitere Anregungen und Tipps zu diesem Thema. Lieben Dank schon mal im Voraus!

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