Montag, 4. August 2014

Mein Monatsexperiment: Achtsam Tee trinken

Mein Monatsexperiment für August mag für manche jahreszeitlich total unpassend erscheinen - ich finde, eine Tasse Tee pro Tag passt einfach immer, egal bei welchem Wetter. Es ist sogar erwiesen, dass an heißen Sommertagen ein warmer Tee den Körper wesentlich besser kühlt als Getränke aus dem Eisfach. Wie dem auch sei - im August mache ich das, was ich eigentlich jetzt schon jeden Tag mache. Nämlich Tee trinken. Aber in den nächsten Wochen möchte ich das bei jeder Tasse mit noch mehr Genuss und Bewusstheit tun.

Achtsam von der Auswahl bis zum letzten Schluck

Das Achtsame Teetrinken ist für mich wie eine kleine Zeremonie, die alle Sinne anspricht. Sie beginnt mit der bewussten Entscheidung für eine Tasse Tee an. Ich entscheide mich also jetzt, in diesem Moment dafür, mir etwas Gutes zu tun.

Nun denn, weiter geht's mit der Auswahl der Sorte. Hier habe ich mir mittlerweile schon einen vielseitigen Fundus unterschiedlicher Kräuter- und Früchtetees aufgebaut. Aufgrund meiner großen Begeisterung für Kommunikation und Sprache ist es für die Tee-Industrie ein Leichtes, mich mit wohlklingenden Titeln wie "Hol Dir Kraft", "Muntermacher" oder "Weisheit des Herzens" zu ködern ;) Während das Wasser kocht, lasse ich also meinen Blick immer über die unterschiedlichsten Teesorten schweifen, gleiche die Titel mit meiner inneren Stimmung ab und greife dann lächelnd zu.

Beim Öffnen des Teebeutels wird dann gleich schon der nächste Sinn angesprochen: Das heißt, ich rieche, wie der Tee sein Aroma entfaltet - zunächst im trockenen Zustand, dann beim Kontakt mit dem heißen, sprudelnden Wasser. Anschließend heißt es natürlich erst mal Abwarten - statt Tee trinken. Aus diesem Grund lege ich mir mein Monatsexperiment nach Möglichkeit auch auf den Morgen. Hier kann ich mich ungestört für ein Viertelstündchen auf meinen Balkon setzen, den Vögeln beim Zwitschern zuhören oder die ersten warmen Sonnenstrahlen des Tages auf meiner Haut spüren. Und dabei immer wieder Tasten: Mit den Fingern, Händen oder auch Lippen - ist der Tee schon in einer angenehmen Trinktemperatur? Und wenn ja: Schluck für Schluck genießen, schlürfen, nachschmecken... Darauf freue ich mich!

Tee kann man übrigens nicht nur für sich alleine genießen, sondern damit auch anderen eine Freude bereiten - wie beispielsweise mit einem speziellem Thementee zum Frühlingsanfang. Dieses Monatsexperiment funktioniert natürlich nicht nur mit Tee - sondern auch mit Kaffe, O-Saft, Milch usw. Hier kann jeder einfach entscheiden, was er am liebsten mag. Oder auch immer wieder wechseln. Ich bleibe für August jedoch voraussichtlich erst mal bei meinem morgendlichen Tee.

Rückblick auf mein Juli-Experiment: Schreibende Selbstreflexion

Die erste Hälfte meines letzten Monatsexperiments, der schreibenden Selbstreflexion, lief wunderbar und hat richtig Spaß gemacht. Denn einerseits hatte ich es geschafft, mir jeden Abend entsprechend die Zeit einzuräumen, andererseits liefen mir auch die Fragen leicht von der Hand bzw. vom Kuli aufs Papier :) Am 15. Tag wurde dann die Fragestellung aus meiner Sicht deutlich komplexer ("Beschreibe so ausführlich wie möglich deinen schönsten Zukunftstraum"). Da bin ich dann ehrlich gesagt ins Straucheln geraten und konnte nicht "kurz mal so" vor dem Einschlafen eine Antwort darauf finden. Diese Fragestellung habe ich dann die nächsten Tage immer weiter vor mir hergeschoben, weil ich auch nicht einfach darüber hinweggehen, sondern alles ordentlich der Reihe nach reflektieren und beantworten wollte.

Im Nachhinein muss ich über dieses sture Festhalten an einer bestimmten Ordnung schmunzeln. Das hat mir wieder einmal vor Augen geführt, dass starre Denkmuster nicht nur unfrei und unkreativ, sondern auch unproduktiv machen. Letzten Endes habe ich mein Monatsexperiment dann kurz vor Monatsende abgebrochen und beschlossen, einfach den Zeitdruck rauszunehmen. Schließlich kann ich auch noch die nächsten Wochen weitermachen. Und plötzlich ist die Vorfreude aufs allabendliche Reflektieren wieder da :)

Grundsätzlich kann ich das Schreiben als Reflexion wirklich sehr empfehlen, vor allem das "Niederschreiben" - denn was auf Papier geschrieben ist, steht einfach erst mal und das ist aus meiner Sicht auch gut so :) Denn ich selbst neige ja gerne dazu, meine an der Tastatur getippten Sätze immer noch etwas hin- und herzudrehen, bis aus meiner Sicht alles stimmt. Deshalb hat das Schreiben auf Papier für mich nicht nur etwas Besonderes gehabt, sondern auch etwas herrlich Verbindliches! Und trotzdem: Zeigen muss ich das deshalb noch lange keinem ;)

Wie immer ging es bei diesem Monatsexperiment also mal wieder darum, "es einfach zu Tun". Auch wenn ich im Juli darüber letzten Endes "gestolpert" bin - für mich heißt es nach wie vor: Aufrappeln und weitermachen :) Mein Ziel ist, in den nächsten Wochen einen eigenen Blogbeitrag zum Achtsamen Schreiben zu verfassen. Darin möchte ich auch Beispiele für Fragen, mit denen wir unsere täglichen Gedanken festhalten und ordnen können, aufnehmen. Hierzu habe ich nämlich schon ein paar Ideen gesammelt. Jetzt werde ich aber erst mal noch meine 30-tägige Selbstreflexion beenden. Schritt für Schritt... :)

Kommentare:

  1. Hallo Aline,
    habe schon sehnsüchtig auf deinen neuen Blog gewartet. Ich werde es die nächsten Wochen auch mal mit dem achtsamen Schreiben probieren und freu mich schon auf deine Tipps und hoffe ich bleibe nicht hängen ;). Werde es mir aber auch nicht für jeden Tag vornehmen, dann ist der Druck geringer.
    Viele Grüße Nicole
    Der Achtsamstag hört sich auch toll an!!! Mach weiter so.

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  2. Liebe Nicole,

    vielen Dank für Deine positive Rückmeldung. Ich wünsch Dir viel Freude beim Achtsamen Schreiben und bin gespannt, was Du berichten wirst, gerne auch wieder hier im Blog als Kommentar :)

    Viele Grüße und eine schöne Woche, Aline

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  3. Liebe Aline,

    hat dieses Monatsexperiment Dich eigentlich bei Deiner letzten Entscheidung bestärkt, oder ist das reiner Zufall??

    kann man dieses Büchlein denn online nachbestellen, weißt Du das? Das würde ich auch gerne machen.... V.a. das handschriftlich fix aufschreiben, das ist tatsächlich etwas, das uns verloren gegangen ist in dieser modernen schnelllebigen Zeit!!

    Die sommerlichen Spaziergänge sind sicherlich auch etwas, die Du Dir immer wieder, vielleicht nicht täglich, aber durchaus mehrmals wöchentlich einplanen kannst, so mache ich das auch, und ich genieße es auch sehr!

    Herzliche Grüße
    Sylvia

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    1. Liebe Sylvia,

      vielen Dank für Deinen Kommentar, den ich leider erst jetzt entdeckt habe. Auch wenn die Antwort etwas verspätet kommt - hier habe ich gerade auf ebay noch eine Auktion entdeckt, bei der Du das Büchlein kaufen könntest: http://www.ebay.de/itm/Flow-Magazin-Beilage-30-Tage-schreiben-Tagebuch/111459551003

      Das Monatsexperiment hat mich auf jeden Fall nochmals in meiner Entscheidung bestärkt, weil ich mich auch nochmals viel mit meinen Zielen, Wünschen, Träumen während des Schreibens beschäftigt habe :) Kann ich also nur empfehlen :)

      Das mit den Spaziergängen werde ich auch in Zukunft versuchen, mir immer wieder einzuplanen. Dir wünsche ich in nächster Zeit wunderschöne, farbenfrohe Herbstspaziergänge!

      Alles Liebe,
      Aline

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  4. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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