Donnerstag, 15. Mai 2014

Mein Monatsexperiment: Entspanntes Bahnfahren

Der Blogbeitrag zu meinem Monatsexperiment im Mai kommt diesmal etwas verspätet zur Monatsmitte. Aus meiner Sicht nicht weiter tragisch - denn der Mai bietet uns ja immerhin 31 Tage, somit bleibt also noch jede Menge Zeit, um meine neue Mini-Verhaltensänderung auszutesten. Zu meiner Verteidigung muss ich auch sagen, dass ich bereits seit über einer Woche am "Experimentieren" bin.
Ich war schlichtweg ein bisschen schreibfaul :) ...und obendrein in meiner Freizeit noch mit einem anderen Projekt beschäftigt, von dem ich in Kürze berichten werde.

Jetzt aber erst mal zum "neuen" Monatsexperiment. Wie ich mit einem Lächeln auf den Lippen den Tag gleich mit einer positiven Grundstimmung starte, habe ich ja bereits letzten Monat ausprobiert - hierzu später mehr. Zudem habe ich im Februar bereits meinen Fußweg von der Haustür zum Bus entschleunigt, was mir auch richtig gut getan und gefallen hat. 

Im Mai wollte ich diesen entspannten Start in den Tag konsequent fortsetzen und steige jetzt auf das nächste Verkehrsmittel um: meine morgendliche Bahnfahrt. Damit verbringe ich jeden Tag von Ludwigsburg bis Stuttgart eine gute Viertelstunde. Wertvolle Zeit, die ich früher meist schon möglichst produktiv genutzt habe - sei es durch die Erstellung von Präsis am Laptop, durch das Beantworten von Mails oder mit einem Social-Networks-Bummel. Es gibt schließlich immer was zu tun :)

Seit meiner Achtsamkeitstrainer-Ausbildung habe ich die Bahnfahrt jedoch auch immer öfter für meine Übungen genutzt, für die ich mir im Idealfall täglich eine Viertelstunde freihalten sollte - also genau die Dauer einer Bahnfahrt. Gerade zu Beginn meiner Achtsamkeits-Übungspraxis habe ich in der Bahn aber eher die unauffälligen Sitzmeditationen gemacht, bei denen der Fokus auf dem Atem liegt - ohne mit den Gedanken ständig abzuschweifen (was gar nicht so einfach ist!). Im Mai werde ich jetzt aber mutiger! Soll heißen: Ich übe seit zehn Tagen jeden Morgen die Achtsame Entspannung - eine verkürzte Form der Progressiven Muskelentspannung.

Wer die Progressive Muskelentspannung (PME) nach Edmund Jacobson bislang noch nicht kennt - ein paar Worte dazu: Bei dieser Entspannungsübung lenkt man seine Aufmerksamkeit auf verschiedene Körperpartien, spannt die Muskulatur bewusst für ca. zehn Sekunden an, lässt locker und spürt nach. Diese Übung hat den großen Vorteil, dass wir mit der Zeit die teils unnötige Spannung im Körper (z.B. verkrampftes Sitzen am Schreibtisch vor dem Bildschirm) stärker wahrnehmen und auch bewusst locker lassen können. So kann beispielsweise Rücken- und Nackenschmerzen, Spannungskopfweh und Migräne, Kieferverspannungen usw. vorgebeugt und entgegengewirkt werden. In einem meiner nächsten Blogbeiträge werde ich gerne auch mal eine Anleitung dazu geben, für alle, die das selbst mal ausprobieren möchten.

Auch die Achtsame Entspannung lässt sich in der Bahn gut üben - sowohl im Sitzen als auch im Stehen. Das hab ich gleich heute ausprobiert, als ich wegen des ganzen S-Bahn-Chaos' heute Morgen keinen Sitzplatz mehr bekommen habe :) Und jetzt zu dem Aspekt, der etwas mehr Mut erfordert: Es gibt eine Stelle, die etwas "verhaltensauffälliger" ist, nämlich beim Anspannen und Entspannen der Gesichtsmuskulatur. Hier kneife ich die Augen zusammen und ziehe meine Mundwinkel zu einem breiten Grinsen nach außen :) Im weiteren Verlauf meines Monatsexperiments bin ich schon auf die Reaktionen meiner Sitzabteil-Nachbarn gespannt, bislang hat jedenfalls noch niemand laut losgeprustet ;) Und ich habe schon jetzt das Gefühl, dass diese zusätzlichen 15 Minuten des entspannten Bahnfahrens mich über den Tag noch viel länger von der Ruhe und Entschleunigung zehren lassen, die ich mir selbst gönne.

Rückblick auf mein April-Experiment: Lächelnd den Tag starten

Mein Monatsexperiment im April hat gleich mal mit einer Herausforderung begonnen: Denn meine schönen bunten Post-its wollten einfach nicht so recht haften bleiben. Aber schon alleine das hat mich morgens gleich zum Grinsen gebracht. Es klappt eben nicht immer alles, wie man sich das vorgestellt hat. Und auch ein grinsender Post-it-Reminder vom Fußboden oder Waschbeckenrand aus haben mich immer wieder an dieses schöne Morgenritual erinnert.

Als Fazit kann ich sagen: Mir hat's wirklich Spaß gemacht! Bei dieser Übung ist mir nämlich bewusst geworden, wie schnell ich selbst geneigt, mein Spiegelbild gerade kurz nach dem Aufstehen eher kritisch zu beäugen. Ein Lächeln macht nicht nur gute Laune, sondern auch relativ schnell munter und zieht sich auch gefühlt durch den Tag. Gerade auf dem Weg zur Arbeit habe ich festgestellt, dass ich mein Lächeln nach wie vor "trage" - zumindest kamen für mein Empfinden mehr Lächeln von Menschen zurück, die mir begegnet sind. Oder ich hab einfach nur mehr darauf geachtet. Jedenfalls hat's mich gefreut :)

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