Samstag, 11. Februar 2017

Wie Dankbarkeit Dich glücklich macht


Ein glückliches, erfülltes Leben zu führen, ist gar nicht so schwer. Dazu müssen wir nur unsere Fähigkeit trainieren, im Alltäglichen dankbar das Wunderbare zu sehen. Alles was Du dazu brauchst, ist die Bereitschaft zum Perspektivwechsel, eine bewusste Wahrnehmung und eine Portion Verantwortung. Was Dankbarkeit außerdem mit Bohnen zu tun hat und wie Du Dankbarkeit im Alltag kultivierst, erfährst Du in meinem Blogbeitrag.

Heute starte ich mit der folgenden inspirierenden Geschichte, dich ich immer wieder gerne weitertrage:

Die Geschichte der Glücksbohnen

Es war einmal eine weise Frau, die sehr alt wurde, weil sie eine Lebensgenießerin war. Sie verließ ihr Haus nie, ohne vorher eine Handvoll Bohnen in ihre rechte Jackentasche zu stecken. Allerdings tat sie das nicht, um unterwegs die Bohnen zu kauen. Nein, sie nahm die Bohnen mit, um so die schönen Momente des Lebens besser zählen zu können.

Für jede Kleinigkeit, die sie tagsüber erlebte – zum Beispiel einen fröhlichen Schwatz auf der Straße, ein leckeres Essen, einen Moment der Stille, das Lachen eines Kindes, eine berührendes Wort, das Zwitschern eines Vogels, einen traumhaften Sonnenuntergang – für alles, was ihre Sinne und ihr Herz erfreute, ließ sie eine Bohne von der rechten in die linke Jackentasche wandern. Wenn sie etwas besonders glücklich machte, ließ sie gleich zwei Bohnen auf einmal den Platz wechseln.

Abends saß die weise Frau zu Hause am Kamin und zählte die Glücksbohnen aus der linken Jackentasche. Sie zelebrierte diese Minuten. So führte sie sich bewusst vor Augen, wie viel Schönes ihr an diesem Tag widerfahren war, und freute sich darüber. Und sogar an den Abenden, an denen sie nur eine einzige Bohne zählte, war dieser Tag für sie ein glücklicher Tag – es hatte sich gelohnt, ihn zu leben.

(Verfasser unbekannt)

Zufrieden? Alles eine Frage des Blinkwinkels!

Dankbarkeit ist eine Frage der Perspektive, quasi ein positiver Blick auf unser eigenes Leben. Wir können uns jeden Tag entscheiden, wie wir unser Leben sehen wollen. Viele Menschen sind zu großen Teilen auf den Mangel in ihrem Leben fixiert. Ihre Gedanken drehen darum, was sie (noch) nicht haben bzw. was im Moment oder grundsätzlich (noch) nicht gut läuft. Da unsere Gedanken einen enormen Einfluss auf unsere Gefühle haben, versetzen wir uns durch diese Mangel-Fokussierung selbst (!) in eine innere Grundstimmung der Unzufriedenheit, Traurigkeit, Angst, Hilflosigkeit oder gar Wut.

Ein alltägliches Beispiel ist der Blick auf die unerledigten Dinge auf unserer ToDo-Liste. Wir haben die Wahl: Entweder wir fokussieren uns darauf, was wir alles nicht geschafft haben und suchen vielleicht verärgert die Schuld bei uns oder bei anderen. Oder wir führen uns stattdessen vor Augen, was wir heute alles geschafft haben. Oder was unseren Tag sonst so erhellt hat. Auch in einer Partnerschaft können wir uns entweder darauf konzentrieren, was unser Partner alles falsch macht oder wir lassen immer wieder Revue passieren, was wir an ihm schätzen. Genauso verhält es sich mit unserer Gesundheit: Wir können darüber klagen, dass unser Rücken zur Zeit wieder extrem schmerzt oder uns zum x-ten Mal in diesem Winter die Erkältungswelle gepackt hat. Oder wir freuen uns über alle anderen Körperbereiche und -funktionen, die gesund sind.

Dankbarkeit hat für mich nichts mit Schönfärben oder Verdrängen zu tun. Dankbarkeit heißt für mich, sich bewusst eine andere Brille aufzuziehen. Es geht um die eigene Bereitschaft zum Perspektivwechsel, eine bewusste Wahrnehmung von allem was (auch noch!) ist und um die Übernahme von Verantwortung. Die Entscheidung liegt in jedem Moment bei uns. Und damit auch die Verantwortung, wie es uns mit dieser Haltung geht.

Wie Dankbarkeit unsere zwischenmenschlichen Beziehungen beeinflusst

Dass Dankbarkeit einen großen Einfluss auf unsere eigene Grundstimmung hat, dürfte spätestens jetzt klar sein. Dass Dankbarkeit aber auch unseren Umgang mit unseren Mitmenschen beeinflusst, ist vielen nicht bewusst. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, wie sehr sich die Qualität unserer zwischenmenschlichen Beziehungen verbessert, wenn wir uns unsere Dankbarkeit gegenüber Familienmitgliedern, Partnern, Freunden, Bekannten, Arbeitskollegen oder Kunden immer wieder vor Augen führen. Das Faszinierende ist: Wir müssen den betreffenden Menschen gar nichts groß sagen. Unsere innere Grundhaltung ist unbewusst für andere Menschen spürbar. Das bringt wiederum positive Reaktionen unserer Mitmenschen mit sich, wenn auch nicht immer unmittelbar. Das ist für mich die "Magie der Dankbarkeit": ein Positiv-Pingpong. Schwer zu beschreiben, aber wahr.

Stell Dir also immer wieder die Frage: Wofür bist Du den Menschen in Deinem Leben dankbar? Das können neben positiven Eigenschaften durchaus auch Herausforderungen sein, an denen Du gewachsen bist. Dazu gibt es auch einen schönen Spruch: "Es gibt nur zwei Arten von Menschen im Leben: Freunde oder Trainer". Wie wahr!

Monatsimpuls: Dankbarkeitstagebuch führen

Die folgende Übung ist eine meiner absoluten Lieblingsübungen. Ich mache sie schon seit meiner Ausbildung zur Achtsamkeitstrainerin. Letzten Monat habe ich sie aber nochmals ganz besonders intensiv geübt, auch im Austausch mit meinem Freund. So haben wir uns jeden Abend erzählt oder geschrieben, welche drei Dinge uns heute gefreut und glücklich gemacht haben. Meist notiere ich mir das auch in meinen Jahreskalender, den ich als sogenanntes "Dankbarkeitstagebuch" umfunktioniert habe.

Wie auch bei der Geschichte mit den Glücksbohnen müssen meine Einträge nichts "Weltbewegendes" sein. Letzten Freitag war es beispielsweise "der Geruch nach Frühling" der an diesem Tag in der Luft lag und die ersten warmen Sonnenstrahlen. Manchmal sind es aber auch die existenziellen Dinge, die im Alltag in den Hintergrund rücken. Vorgestern war ich beim Anblick eines jungen Mädchens, das bettelnd am Bahnhof saß, unendlich dankbar, das ich gerade ein warmes Zuhause habe - keine Selbstverständlichkeit!

Vielleicht hast auch Du Lust, Dir ein Dankbarkeitstagebuch anzulegen und Dich von folgendem Ritual inspirieren zu lassen: Nimm Dir am besten vor dem Zubettgehen fünf Minuten Zeit und lass den Tag vor Deinem inneren Auge Revue passieren: Welche kleinen und großen Freuden haben heute Deinen Tag erhellt?

• Schließe dazu am besten kurz die Augen;
• …visualisiere innerlich Deine Dankbarkeitsmomente;
• …atme und lächle;
• …nimm dann einen Stift und Papier oder ein Heft zur Hand und mach Dir Notizen.

Ganz nach dem Motto "aller guten Dinge sind drei", würde ich Dir empfehlen, Dir einfach die schönsten drei Dinge des Tages zu notieren. Wenn es mal mehr oder mal weniger sind, ist das auch vollkommen in Ordnung. Bei diesem Ritual gibt kein „richtig“ oder „falsch“. So kann auch das Lächeln der Bäckerei-Verkäuferin genauso „gut“ wie die Gehaltserhöhung sein. Viel Freude mit Deinem Tagesrückblick – so schläfst Du garantiert mit einem Lächeln auf dem Gesicht ein!

Dein Dankbarkeits-Starterkit

Welche Rolle spielt Dankbarkeit in Deinem Leben? Welche Veränderungen stellst Du an Dir selbst und an anderen fest? Ich freue mich über Deinen Kommentar unter diesem Blogbeitrag oder über Deine Nachricht an achtsamimalltag@gmail.com und verlose unter allen, die mir bis zum 28.02.2017 schreiben, drei Dankbarkeits-Starterkits.

Kommentare:

  1. Liebe Aline,
    danke für diesen wunderbaren Beitrag und die schöne Geschichte mit der Frau. (-; Das möchte ich mir auch zur Gewohnheit machen. Schade, dass ich deine Verlosung verpasst, habe, mich hätte super interessiert, was in deinem Dankbarkeits-Starterkit enthalten war. (-;
    Ich halte die dankbare Haltung auch für absolut essentiell, und sie hilft mir immer wieder, aus Phasen von Unzufriedenheit und Negativität herauszukommen, die ja erfahrungsgemäß ein echter Teufelskreis sind.... Genauso bringt die Dankbarkeit einen "Engelskreis" in Gang (-;

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  2. Lieber Andreas,

    herzlichen Dank für Dein schönes Feedback zu meinem Blogbeitrag. Freut mich, dass er Dir so gut gefallen hat! Schreib mir gerne eine Mail mit Deiner Adresse an achtsamimalltag@gmail.com - für ein Dankbarkeits-Starterkit ist es nie zu spät :-)

    Eine schöne Woche wünsche ich Dir! Herzliche Grüße, Aline

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