Sonntag, 30. August 2015

Nachhaltig im Urlaubsmodus bleiben

Wie hält die Urlaubsentspannung auch nach der Reise noch lange an? Im Rahmen einer fünfteiligen Serie verrate ich euch jede Woche ein paar Tipps und Übungen, mit denen ihr "Achtsam durch den August" und eure Urlaubszeit kommt. Diesmal erfahrt ihr, wie ihr auch im Alltag gut für euch selbst sorgen könnt und dadurch noch lange von eurer Auszeit zehrt.

Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub: Schneller als uns oft lieb ist, stecken wir wieder bis über beide Ohren im Alltagstrubel. Wir schalten um vom Urlaubsmodus in den Dauerbetrieb. Und wundern uns, wenn die Batterien wieder rasch leer sind. Wie tanken wir daher auch im Alltag immer wieder neue Energie? Und wie achten wir mehr auf unsere eigenen Bedürfnisse und sorgen gut für uns selbst?

Tipp 1: Erinnerungshelfer einführen

Sind wir erst wieder einmal in den „Klauen der Alltagshektik“ gefangen, fällt es schwer, uns wieder loszureißen. Richtige Verschnaufspausen wie im Urlaub sind eher selten. Stattdessen sind wieder voll und ganz für Familie, Freunde und Beruf im Einsatz und vergessen dabei unsere eigenen Bedürfnisse. Doch wer erinnert uns an uns – wenn nicht wir selbst?

Tipp: Legt für euch selbst kleine, symbolische Erinnerungshelfer zu! Diese sollen euch im Alltag immer wieder wachrütteln, gut für euch selbst zu sorgen. Dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt! Wie wäre es beispielsweise mit einer akustischen Erinnerungshilfe? So könntet ihr jedes Mal, wenn die Kirchturmuhr zur vollen Stunde schlägt oder ihr ein (Kinder-)Lachen hört, einen Moment innehalten und bewusst atmen. Mittlerweile gibt es auch spezielle Apps, wie die Glocke der Achtsamkeit für Android zu diesem Zweck.

Es gibt aber auch andere Wege: Eine Urlaubskarte an den Arbeitsplatz stellen, die Kaffeepause bewusst als Ritual gestalten, rote Ampeln zum Durchschnaufen und Lächeln nutzen, bei jedem Händewaschen den Kontakt des Wassers mit der Haut intensiv wahrnehmen… usw. Diese Liste lässt sich endlos fortsetzen. Probiert ruhig auch ein bisschen aus und seht das Ganze vielmehr spielerisch, nicht verbissen. So zaubern euch zukünftig auch ganz alltägliche Dinge einen Hauch von Urlaubsentspannung auf’s Gesicht.

Tipp 2: Ein Date mit Dir

Stress ist oft hausgemacht. Denn neben den beruflichen Verpflichtungen, laden wir uns auch meist mit privaten Terminen bis obenhin zu. So bleibt auch nach Feierabend oder am Wochenende wenig Zeit, in der wir einfach mal nichts tun und die Seele baumeln lassen.

Tipp: Verabredet euch nicht nur mit Kollegen, Freunden oder Familienangehörigen – macht auch mal ein Date mit euch selbst aus! Wie wäre es, wenn ihr wöchentlich oder zumindest einmal monatlich einen Tag oder Abend nur für euch reserviert? Streicht diesen Termin wirklich rot in eurem Kalender an und lasst nichts dazwischenkommen!

Nutzt diese Zeit, um einfach mal wieder das zu tun, nach dem euch dann der Sinn steht. Vielleicht habt ihr ja Lust, euch in Ruhe euer Lieblingsessen zu zaubern. Oder ihr schaut mal wieder einen schönen Film, lest ein spannendes Buch, meditiert oder singt laut zu euren Lieblingsliedern mit. Und wenn es euch einfach nach einem Rumlümmel-Abend auf der Couch ist, dann ist auch das ok. Wenn ihr bewusst Zeit mit euch selbst verbringt, gibt es kein „richtig“ oder „falsch“. Tut einfach das, was euer Herz in diesem Moment zum Lachen bringt – und genießt es!

Tipp 3: Verwöhnprogramm für Zuhause

Warum verlagern wir unsere Erholung eigentlich so oft auf den Urlaub oder das Wochenende? Die Kunst liegt heutzutage vielmehr darin, sich etwas „Balsam für die Seele“ auch zwischendurch zu gönnen. Wie wäre es also mit eurem individuellen Verwöhnprogramm für euer Alltagsleben?

Tipp: Werdet euch im Schritt erst einmal bewusst, worauf ihr euch im Urlaub bzw. in eurer Freizeit am meisten sehnt. Macht dazu ruhig ein kleines Brainstorming und sammelt erst mal frei alle Gedanken und Impulse zu euren Bedürfnissen.

Wählt euch im zweiten Schritt drei Punkte aus, die euch momentan am wichtigsten sind. Überlegt euch bei jedem dieser drei Bedürfnisse, wie ihr diese auch bestmöglich in euren Alltag integrieren könnet. Habt ihr beispielsweise „Ausschlafen“ als Bedürfnis notiert, dann überlegt euch, wie ihr für ausreichend Schlaf sorgen könnt. Ob ihr dafür früher ins Bett geht oder einfach morgens später mit Arbeiten anfangt (falls ihr z.B. Gleitzeit habt) – da müsst ihr einfach schauen, was für euch am besten passt. Geht bei der Integration eurer Bedürfnisse so kreativ und unvoreingenommen wie möglich vor. Streicht „geht nicht“ oder „kann nicht“ erst mal aus euren Gedanken. Es finden sich immer Wege und Möglichkeiten – wenn ihr wirklich wollt!

Achtsamkeitsübung: Wurzeln schlagen (Dauer: 3 min)

Bei dieser Übung verwurzelt ihr euch wieder mit euch selbst und eurer Umgebung. Sie ist perfekt geeignet, wenn ihr mal wieder zu „verkopft“ seid und das Gedankenkarussell sich nonstop dreht. So könnt ihr im Alltagstrubel jederzeit zu euch selbst und eurer Körperwahrnehmung zurückkehren.

Anleitung: Setzt euch zu dieser Übung am besten aufrecht auf einen Stuhl oder stellt euch hin. Gerne könnt ihr dabei auch den Rücken an der Wand anlehnen. Schließt die Augen wenn ihr möchtet und geht dann wie folgt vor:
  • Legt die Hände auf den Bauch und spürt euren Atem. Nehmt wahr, wie sich die Bauchdecke beim ein- und ausatmen hebt und senkt.
  • Richtet eure Aufmerksamkeit auf eure Füße. Spürt den Kontakt eurer Füße zum Boden.
  • Stellt euch vor, aus eurer Fußsohle würden allmählich Wurzeln entwachsen, die sich mit dem Fußboden verbinden und euch „erden“. 
  • Spürt in eure Füße, vielleicht könnt ihr ein bestimmtes Körpergefühl wahrnehmen, wie Wärme oder ein Kribbeln. Wenn ihr nichts spürt, ist das auch ok.
  • Lasst den Atem weiterfließen, richtet eure Aufmerksamkeit auch wieder auf eure Umgebung, öffnet die Augen, reckt und streckt euch.

Bewahrt euch diese achtsame Wahrnehmung für euch selbst und euren Körper bei, wenn ihr euch wieder in den Alltagstrubel stürzt. Und wann immer ihr eine kleine Alltagsauszeit braucht, habt ihr jetzt die passenden Übungen und Gedankenanstöße parat. Viel Freude in eurem täglichen Leben wünsche ich euch damit!

Damit ist diese fünfteilige Serie „Achtsam im August“ zu Ende. Wie hat sie euch gefallen? Konntet ihr einige Anregungen für diesen oder den nächsten Urlaub „einpacken“? Ich freue mich sehr über Feedback und wünsche euch einen sonnigen Start in den September!


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