Samstag, 6. Dezember 2014

Mein Monatsexperiment: Herzenswünsche-Brainstorming

Je näher Weihnachten rückt, desto dringlicher wird normalerweise die Frage: "Was wünschen sich meine Lieben? Mit was kann ich ihnen eine Freude bereiten?" Dieses allgegenwärtige Thema der Wünsche und Geschenke hat mich zu meinem Monatsexperiment im Dezember inspiriert. Allerdings möchte ich die Frage umdrehen in: "Was wünsche ich mir eigentlich?"
Die Aufmerksamkeit geht also nicht nach außen, sondern nach innen.

Innehalten und Herzenswünsche erforschen

Um die eigenen Herzenswünsche zu erforschen, braucht man sowohl Zeit als auch Ruhe. Daher möchte ich mich den Dezember über jeden Tag mit einem kleinen Schreibheft für 15-20 Minuten an einen stillen Ort zurückziehen. Dort schließe ich erst einmal für eine Weile meine Augen und spüre meinen Atem. Und wenn ich mich bereit fühle, schreibe ich einfach drauf los. Dabei notiere ich mir jeden Wunsch, der mir spontan so einfällt. Quasi ein Wunsch-Brainstorming :-)

Wie bei jedem Brainstorming ist dabei wichtig, die aufkeimenden (Wunsch-)Gedanken nicht zu bewerten. Kategorien wie "zu teuer", "zu abgefahren", "zu spießig" oder "zu peinlich" gibt es daher nicht - alles, was mir in den Sinn kommt, wird einfach notiert. Schließlich muss ich dafür auch niemandem gegenüber Rechenschaft ablegen, da das eh niemand zu Gesicht bekommen wird ;-) Und wenn mir auch schon nach ein paar Minuten nichts mehr einfällt, bleibe ich einfach sitzen und genieße die verbleibende Zeit. Heißt also, es gibt kein "Mindest-Wunsch-Pensum" pro Tag.

Ich freue mich schon jetzt darauf, am Monatsende einen Blick zurück zu werfen auf meine tägliche Wunschliste. Und auch zu analysieren: Gibt es Wünsche, die ich besonders oft aufgeschrieben habe? Gibt es andere, die nur ein- oder zweimal auftauchen? Welche kleinen Schritte kann ich heute schon tun, um meinen dringlichsten Herzenswünschen näher zu kommen? Und welche vermeintlichen Gründe sprechen dagegen, mir einen bestimmten Wunsch zu erfüllen?

Was Wünsche so alles ins Rollen bringen

Das Experiment ist nicht ganz neu für mich. Angeregt durch das Buch "Willkommen im Reich der Fülle" von Robert Betz, habe ich Anfang dieses Jahres schon einmal fast drei Wochen lang täglich meine Herzenswünsche notiert. Anschließend habe ich beim Durchblättern festgestellt, dass sich einige Wünsche immer wieder um das gleiche Thema drehten:

  • eine längere (Welt-)Reise
  • mein Englisch oder Spanisch verbessern
  • im Ausland leben bzw. arbeiten
  • sich allein durchschlagen und neue Menschen/Kulturen kennenlernen
  • viel Abenteuer und Spontaeität erfahren
  • ...
Tatsächlich war es so, dass mich das Thema "Für eine bestimmte Zeit im Ausland leben" schon seit meiner Schulzeit beschäftigte. Allerdings habe ich mir diesen Traum weder nach dem Abi noch während bzw. nach meinem Studium erfüllt. Seit mehreren Jahren fest im Berufsleben stehend und glücklich mit meinem Freund zusammenlebend, hatte ich diesen Wunsch eigentlich schon eher unter der Kategorie "Der Zug ist abgefahren" abgespeichert. 

Doch als ich bei meinem Herzenswünsche-Brainstorming immer wieder darüber "gestolpert" bin, habe ich anschließend angefangen, die vermeintlichen "GNG" (Geht-Nicht-Gründe) zu hinterfragen. Und weil ich habe gleichzeitig überlegt, was ich tun könnte, um mich doch meinem Herzenswunsch anzunähern. Letzten Endes sitze ich gerade in Südspanien und stecke mitten in meiner halbjährigen "Auslands(aus)zeit", die ich mir gegönnt habe - und bin aus tiefstem Herzen glücklich über meine Entscheidung. So habe ich per Work & Travel durch Spanien die Chance, meine Sprachkenntnisse zu verbessern, Land und Leute besser kennenzulernen und dabei auch viel über mich selbst zu erfahren.

Daher kann ich nur jedem empfehlen, sich mindestens einmal pro Jahr mit seinen eigenen Herzenswünschen auseinanderzusetzen. Und warum nicht gerade zum Abschluss oder Beginn eines neuen Jahres?

Fazit zu meinem Monatsexperiment im November

Mein Rückblick auf mein Monatsexperiment im November mit meiner "Lausch-Übung" fällt diesmal relativ kurz aus. Zu Anfang des Monats habe ich diese Übung wirklich sehr genossen, da sie sich vor allem beim Rumreisen zum Verarbeiten der neuen Eindrücke hervorragend eignet.

Aber als ich dann in der zweiten Monatshälfte eine feste Bleibe auf einer Finca mitten in der Natur hatte, habe ich gemerkt, dass ich eigentlich viel mehr Lust auf Atemübungen statt auf "Lauschen" hatte. Also habe ich umdisponiert. Wichtig war für mich, einfach das zu tun, was ich gerade brauchte - und nicht was mein Monatsexperiment mir vorschrieb. Das ist ja das Schöne beim Thema Achtsamkeit :-)

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